Ein spannendes Jahr ist zu Ende gegangen und ein wahrscheinlich genauso spannendes Jahr hat gerade begonnen. Ich wünsche Euch allen einen guten Start ins neue Jahr und alles Gute für 2026. Gerne möchte ich Euch auf den neuesten Stand bringen, wo wir auf dem Brunkshof mit unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit gerade stehen und was unsere kurzfristigen und langfristigen Ziele aktuell sind.
Während es früher bei uns üblich war, dass eine Kuh etwa alle 400 Tage ein Kalb bekommen hat, geben wir unseren Kühen jetzt im Durchschnitt 670 Tage Zeit. Dafür gibt es ein paar gute Gründe, wie zum Beispiel mehr Erholungszeit für die Kühe oder weniger Arbeitsaufwand durch die Versorgung von Kuh und Kalb, da es deutlich weniger Geburten gibt. Auch die oben schon erwähnte verbesserte Eutergesundheit und Langlebigkeit der Kühe hängen mit großer Wahrscheinlichkeit damit zusammen. Als Nachteil haben wir allerdings eine geringere Jahresmilchleistung der Kühe und weniger Kälber. Somit fehlt ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf von Kälbern, Färsen (das sind Kühe, die gerade einmal gekalbt haben) oder der Milch.
Eher zufällig hat sich daraus die Möglichkeit ergeben, die Zeiten, in denen Kühe kalben, gezielter zu steuern. Zukünftig kalben bei uns Kühe nur noch im Frühjahr und im Herbst. Im Sommer und Winter haben wir keine Kalbungen mehr und somit auch keine kleinen Kälber zu versorgen und zu überwachen. Durch diese gezielte Abkalbezeit ist es hoffentlich auch möglich, dass alle Kälber von ihren Müttern versorgt werden können. Das wäre im kalten und nassen Winter möglicherweise schwierig. Im Moment stelle ich gerade erstaunt fest, wie viel Einfluss die Überwachung und Versorgung der kalbenden Kühe und der kleinen Kälber auf die Arbeit hat. Ohne diese Arbeiten fällt nicht nur die Arbeit, sondern auch ein Großteil der "Dauerbereitschaft" weg, die dadurch notwendig war, dass zu jeder Zeit eine Kuh kalben konnte. Diese Bereitschaftszeit hat sich von 365 Tage auf die Hälfte reduziert.
Auch im Jahr 2026 wurden wieder auf fast allen Ackerflächen Blühstreifen angelegt, um für Insekten einen Lebensraum zu bieten. Insgesamt waren es in diesem Jahr ca. 18.000 Quadratmeter. Die Jägerschaft Rotenburg unterstützt eine Anlage dieser Flächen finanziell. Dafür an dieser Stelle vielen Dank!
Im letzten Jahr gab es wieder zahlreiche Besuche von Kindergärten und Schulen. Auch eine Gruppe der Tagespflege der Diakoniestation Scheeßel war zu Besuch. Das hat nicht nur den Besuchern sehr viel Freude bereitet, sondern auch mir!
Vielen Dank an dieser Stelle an den Verein NEUA e.V., der diese Besuche finanziell unterstützt.
Ich bin gespannt, wie sich die Dinge im nächsten Jahr entwickeln und freue mich auf die Begleitung und Entwicklung dieser Aufgaben und Herausforderungen.
Zu guter Letzt möchte ich mich bei Euch allen für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Ich hoffe, ihr habt auch 2026 weiterhin viel Freude an unserem Hofladen, der Milchtankstelle oder der Begleitung unseres Weges zu mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft.
Karsten